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Überstrecken beim Füttern kann beim Säugling auf Refluxkrankheit hinweisen

Bei Säuglingen tritt ein Reflux - ein Zurückfließen des Mageninhaltes in die Speiseröhre – häufig auf. Etwa die Hälfte der Säuglinge sind in den ersten drei Lebensmonaten etwa einmal täglich davon betroffen. Mit einem Jahr haben nur noch etwa 5% der Babys Reflux.


„Dies hat nichts mit einer Krankheit zu tun, sondern liegt u.a. an der häufig liegenden Position und an den im Verhältnis zum Fassungsvermögen des Magens großen Mahlzeiten bei Säuglingen. Ein krankhafter Reflux, eine sogenannte gastroösophagealer Refluxkrankheit, verursacht Beschwerden und möglicherweise Folgeschäden. Dieser kann sich bei Säuglingen durch Überstrecken beim Füttern, Unruhe, mangelnde Gewichtszunahme und Nahrungsverweigerung äußern. Bei älteren Kindern gleichen die Beschwerden denen von Erwachsenen mit Sodbrennen, Schmerzen hinter dem Brustbein und Hochkommen von Nahrung“, erklärt Dr. Herman Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Eine Refluxkrankheit kann aufgrund des häufigen Kontakts mit säurehaltigem Mageninhalt längerfristig zu Entzündungen, Veränderungen und Vernarbungen in der Speiseröhre führen, die die Nahrungsaufnahme erschweren.



Eine gastroösophageale Refluxkrankheit haben schätzungsweise 25% der Säuglinge bis zum ersten Lebensjahr. Dann zeigt sich dieses Problem erst wieder mit etwa 10 Jahren bei 10% der Kinder. „Liegt tatsächlich eine gastroösophagealer Refluxkrankheit vor, rät der Kinder- und Jugendarzt Eltern bei Säuglingen meist zunächst, die Menge der Mahlzeiten zu verringern und stattdessen häufiger zu füttern. Das Andicken von Formulanahrung oder spezielle Formulanahrung kann den Rückfluss von Nahrung ebenso verringern. Für ältere Kinder gilt die Empfehlung, auf ein gesundes Gewicht zu achten, kalorienreiche, fetthaltige und umfangreiche sowie späte Mahlzeiten zu vermeiden. Möglicherweise können Kinder ihre Beschwerden lindern, wenn sie auf der linken Seite oder mit erhöhtem Kopfteil schlafen. Wenn diese Maßnahmen nicht greifen, stehen Medikamente zur Verfügung. In äußerst seltenen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff sinnvoll sein“, so Dr. Kahl.


Quellen: Monatsschr Kinderheilkd, Diagnostics, medicalXpress

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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.


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