Verkürztes Zungenbändchen kann Grund für Schmerzen beim Stillen und geringe Saugkraft des Babys sein

Bereitet das Stillen Schmerzen und kann das Baby nicht richtig saugen, lässt es die Brust häufig los und rinnt vermehrt Milch aus den Mundwinkeln, können dies Anzeichen für ein verkürztes Zungenbändchen beim Baby sein. Eine zu geringe Gewichtszunahme des Kindes kann ebenso damit zusammenhängen.



„Bei einem stark verkürzten Bändchen unter der Zunge erscheint die Zunge beim Herausstrecken vorne eingekerbt bzw. zweigeteilt. Auch die Beweglichkeit der Zunge ist eingeschränkt. Das Baby kann dadurch keinen Saugschluss und zu wenig Unterdruck erzeugen, um Milch anzusaugen“, erklärt Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des

Expertengremiums beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). In einigen Fällen kann die Zunge mit dem unteren Gaumen verwachsen sein. Dann sprechen Experten von einer Ankyloglossie. Ein verkürztes Zungenband kann das Stillen stark beeinträchtigen. Etwa die Hälfte der Kinder mit verkürztem Zungenbändchen haben Schwierigkeiten beim Trinken an der Brust.

„Ein kleiner Eingriff (Frenotomie) kann Abhilfe schaffen. Dieser wirkt sich nicht nur positiv auf das Stillen aus, sondern es können auch längerfristig Hindernisse beim Sprechen vermieden werden, wie z.B. Lispeln. Denn Laute, die mit der Zunge gebildet werden, wie d, t, l, n und s können Kinder mit einem zu kurzen Zungenband schwer aussprechen, was lispeln begünstigt. Zahn- und Kieferfehlstellungen und erschwertes Schlucken zählen zu den weiteren möglichen langfristigen Folgen eines zu kurzen Zungenbands“, verdeutlicht Prof. Nentwich. Für