Schlaganfall: Arm-Reha mit Nervenstimulation

Interview mit Prof. Thomas Platz, Leiter des Instituts für Neurorehabilitation und Evidenzbasierung, BDH-Klinik Greifswald

In der Schlaganfall-Reha sollen durch Übungen Leistungsfähigkeit und Beweglichkeit des Körpers wiederhergestellt werden. Dabei ist von Fall zu Fall unterschiedlich, in welchem Umfang Patienten Funktionen wiedererlangen. Eine aktuelle Studie hat nun untersucht, wie eine elektrische Stimulation des Vagus-Nervs während der Reha die Wirkung von Übungen bei einer Lähmung des Arms verbessern kann.

Im Interview mit MEDICA.de spricht Prof. Thomas Platz über die Studie, die die Wirksamkeit der Vagus-Stimulation bei Reha-Übungen untersucht hat, und erklärt, was er sich von den Ergebnissen in Zukunft erhofft.


Herr Prof. Platz, wir sprechen über die VNS-REHAB-Studie, die in den USA und im Vereinigten Königreich durchgeführt wurde. Was genau war Gegenstand dieser Studie?


Prof. Thomas Platz: Die Studie hat untersucht, inwiefern Patienten in der Rehabilitation nach einem Schlaganfall davon profitieren, wenn Übungen zur Verbesserung der Armfunktion durch die elektrische Stimulation eines Hirnnervs, des Nervus vagus, begleitet werden, das heißt, inwiefern der therapeutische Effekt der Übungen verstärkt wird.



Diese Patienten hatten zwei Charakteristika: Einerseits sollte ihr Schlaganfall mindestens neun Monate zurückliegen, im Mittel waren es drei Jahre. Das heißt, dass bei ihnen keine Spontanerholung mehr zu erwarten war.


Andererseits sollten sie eine schwere oder mittelschwere lähmungsbedingte Armfunktionsstörung haben. Bei dieser Patientengruppe hat man durch eine Rehabilitationsbehandlung auch zu einem späteren Zeitpunkt durchaus noch eine Chance, Verbesserungen zu erzielen.


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