Plattfüße: Konservative Therapie lindert die Beschwerden in 88 % der Fälle

Wenn Fußschmerz den Spaziergang vergällt, ist medizinische Hilfe gefragt. Die Diagnose Plattfuß gelingt meist in wenigen Minuten – ganz ohne Hilfsmittel, aber mit Gefühl für Alarmzeichen. Übungen und Einlagen können die Beschwerden lindern. Mitunter muss der Patient aber zum Chirurgen geschickt werden.

Beim Plattfuß, medizinisch Senkfuß oder Pes planus genannt, der sich erst im Erwachsenenalter manifestiert, entwickelt sich der Befund meist einseitig. Es kommt zu einem Kollaps des medialen Längsgewölbes mit Valgus-Deformität und Abduktion des Vorfußes. Ausgelöst werden diese Veränderungen meist durch eine Schwäche der Tibialis-posterior-Sehne, schreiben Dr. Chris Y. K. Tang vom Queen Mary Hospital in Hongkong und Kollegen. Zu den Risikofaktoren zählen u.a. Adipositas, Diabetes, Traumata und Steroid-Injektionen.

Der Pes planus kann auch bei Erwachsenen eine Normvariante ohne Krankheitswert sein, erkennbar an den fehlenden Beschwerden. Als typische Symptome gelten Schmerzen im medialen Längsgewölbe und am Innenknöchel sowie eine progrediente Verflachung des Fußgewölbes. In fortgeschrittenen Fällen kann es durch die unphysiologische Belastung auch zu lateralen Fußschmerzen kommen (subfibulares Impinge­ment).

Gangunsicherheit und häufiges Umknicken als Hinweise

Gezielt fragen sollte man Betroffene, ob sie bereits ihre Gehstrecke eingeschränkt haben. Auch eine Gangunsicherheit und vermehrtes Umknicken können auf einen Senkfuß hinweisen. Bleibt dieser unbehandelt, kommt es eventuell zu einer Versteifung in der pathologischen Position.