Die Aufmerksamkeit von Kindern ist breit gestreut, während Erwachsene sich auf „Wichtiges“ konzentri

Die Aufmerksamkeit von Kindern ist breit gestreut, während Erwachsene sich auf „Wichtiges“ konzentrieren

Erwachsene konzentrieren sich auf das, was sie für wichtig halten - aber Kinder ignorieren nichts. Kinder registrieren alles in ihrer Umgebung und können so in bestimmten Lernsituationen bessere Leistungen erbringen als Erwachsene. Eine aktuelle amerikanische Studie belegt dies.

Die amerikanischen Forscher testeten die Aufmerksamkeit von Erwachsenen sowie von 4- und 5-jährigen Kindern, indem sie Informationen, die zu Beginn des Experiments irrelevant waren, plötzlich für eine zu erledigende Aufgabe wichtig werden ließen. "Erwachsenen fiel es schwer, sich anzupassen, weil sie keine Informationen lernten, die sie für unwichtig hielten", erklärte Vladimir Sloutsky, Mitautor der Studie und Professor für Psychologie an der Ohio State University. "Kinder dagegen konnten die neue Herausforderung schnell bewältigen, weil sie nichts ignoriert hatten. Ich bin sicher, dass viele Eltern dieses Verhalten von Kindern kennen: Sie bemerken alles, auch wenn Eltern dies gar nicht wünschen."

Sloutsky führte die Studie mit Nathaniel Blanco durch, einem Postdoktoranden der Psychologie am Ohio State. Ihre Arbeit wurde in der Zeitschrift „Developmental Psychology“ veröffentlicht.

Lernprozess: Kinder sammeln viele Informationen

Die Ergebnisse zeigten, dass Kinder dazu neigen, ihre Aufmerksamkeit breit zu fächern, während Erwachsene selektiv aufmerksam sind und sich auf Informationen konzentrieren, die sie für am wichtigsten halten, verdeutlichte Sloutsky. "Eine weit gestreute Aufmerksamkeit kann für kleine Kinder zum Entwicklungsprozess gehören. Indem sie auf alles achten, sammeln sie mehr Informationen, die ihnen helfen, mehr zu lernen", sagte Blanco.