Ruhe ist kein gutes Rezept

Früher galt: Wer Rückenschmerzen hat, soll sich schonen. Doch heute weiss man, dass das genaue Gegenteil stimmt. Gute Therapien setzen auf gezielte Kräftigung.

Generationen von Ärzten hatten unrecht: Schonung bei Rückenschmerzen Rückenbeschwerden Der richtige Umgang mit Rückenschmerzen , das weiss die Medizin heute, führt oft in einen Teufelskreis: Aus Schonhaltung resultiert Bewegungsmangel, daraus folgt Muskelabbau, dieser führt zu Verspannungen und zu noch mehr Schmerzen.

Es gibt Fälle, in denen nur das Skalpell Linderung verspricht. Aber sie sind eher selten. Die Rheumaliga Schweiz hat errechnet: In weniger als 15 von 100 Fällen ver­ursacht eine Krankheit der Wirbelsäule oder im Innern des Körpers die Schmerzen, und nur ­einer von 100 Schmerzgeplagten muss letztlich auf den OP-Tisch. Für alle anderen gilt: Sinnvolle Bewegung ist die beste Therapie – und auch die beste Prävention.

Dies sind die häufigsten Behandlungsmethoden:

Chiropraktik und Osteopathie

Die Chiropraktik ist eine alternativmedizini­sche, biomechanische Methode, um funktionelle Störungen zu beheben und die Beweglichkeit der Wirbelsäule wiederherzustellen. Lassen Sie sich nur von einem Chiropraktor behandeln, der eine Tomographie- oder Röntgenaufnahme konsultiert, bevor er manipuliert.

Physiotherapie

Schon vor rund 4000 Jahren kannte man in ­China Massagen und medizinische Bäder. Auch aus der Antike sind gymnastische Übungen überliefert. Die Physiotherapie ist eine Weiterentwicklung der früheren «Krankengymnastik» und soll Bewegungs- und Funktionsfähigkeiten des mensch­lichen Körpers wiederherstellen und verbessern. Die Behandlungen werden vom Arzt verordnet. Der Physiotherapeut gehört zu den Gesundheitsfachleuten. Es gibt sehr unterschiedliche Ausbildungs- und Erfahrungsgrade. Lassen Sie sich vom Arzt beraten. Und bleiben Sie diszipliniert: Zehn Stunden Physio allein genügen nur in den seltensten Fällen.