MS: Immuntransplantation stoppt Krankheit

Radikale Therapie erweist sich in klinischer Studie als langanhaltend erfolgreich

Autoimmunkrankheit gestoppt: Mit einer radikalen Methode haben Forscher Patienten von der Multiplen Sklerose geheilt.

Dafür allerdings musste – ähnlich wie bei einer Leukämie – das gesamte Immunsystem zerstört und dann durch das eigene Knochenmark wiederaufgebaut werden. Der Erfolg aber war durchschlagend: Hinterher trat bei keinem einzigen Patienten ein neuer Schub oder Entzündungsherd auf, wie die Forscher im Fachmagazin "The Lancet" berichten.

Zerstörtes Myelin: Bei der Multiplen Sklerose greifen fehlgeleitete Immunzellen die Hüllschicht der Nerven an und erzegen Entzündungsherde im Gehirn.

Zerstörtes Myelin: Bei der Multiplen Sklerose greifen fehlgeleitete Immunzellen die Hüllschicht der Nerven an und erzegen Entzündungsherde im Gehirn.

Mehr als zwei Millionen Menschen weltweit leiden an der Multiplen Sklerose (MS). Bei dieser Autoimmunkrankheit greifen Immunzellen die Myelin-Hülle der Nerven an und lösen Entzündungen im Gehirn und Rückenmark aus. Die Folge sind fortschreitende Muskelschwäche, Lähmungen und Empfindungsstörungen. Bisher lässt sich MS nicht heilen, auch wenn erste Versuche einer Stammzelltherapie bei Mäusen vielversprechend sind.