Babys: Hüft-Fehlstellungen durch "Pucken"?

Wickeltechnik könnte gesunde Entwicklung der Hüfte gefährden

(Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin, 06.06.2016)

Eng umwickelt: Das sogenannte Pucken von Babys könnte Medizinern zufolge bei den Kindern das Risiko für Fehlstellungen der Hüfte erhöhen. Die Experten bringen die steigende Zahl von Hüftdysplasie-Fällen in Australien mit der beliebten Wickeltechnik in Verbindung. Demnach hemme das feste Einwickeln in Tücher oder Decken das Wachstum der Hüfte und störe damit den normalen Reifungsprozess.

Babys eng in Tücher oder Decken einzuwickeln, liegt im Trend. Das sogenannte "Pucken" soll Säuglinge be ruhigen und ihnen beim Einschlafen helfen.Denn – so einer der Hintergedanken – es vermittelt ihnen die Enge, die sie noch aus der wohligen Gemütlichkeit im Mutterleib kennen. Doch während viele Hebammen und Eltern auf diese Wickeltechnik schwören, haben Kinderärzte Bedenken: Mit dem Pucken seien gesundheitliche Risiken verbunden.

Wissenschaftler um Tamara Seidl von der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin warnen nun, dass das feste Umwickeln der Babys unter anderem zu einer Zunahme von Hüft-Fehlstellungen führen könnte. "Beim klassischen Pucken werden die Beine in Streckstellung aneinander gebunden", erläutert die Ärztin. "Dabei wirken Kräfte, die das Wachstum der Hüfte verändern und verlangsamen."