Gestern topfit, heute Pflegefall Schlaganfall - es kann jeden treffen

Aktualisiert: 19. März

Viele Patienten erhalten keine passende Therapie

Mit Anfang 30 erlitt Thomas Masztalerz einen Schlaganfall und musste sich mühsam zurück ins Leben kämpfen. Ein solcher Schicksalsschlag widerfährt zunehmend jungen Menschen, selbst Kinder kann es treffen.

„Der 14. Juli 2012 - das war der Tag, an dem für mich die Erde still stand“, sagt Thomas Masztalerz. Es war Sommer, es war heiß, und der damalige Grundschulrefrendar hatte seit Tagen nicht viel getrunken - es einfach vergessen. Aber was sollte schon passieren? Wie üblich absolvierte damals der 31-Jährige daheim in seiner Wohnung sein Work-Out - da passierte es: „Plötzlich fühlte es sich an, als sei mein Arm eingeschlafen.“ Im ersten Moment dachte Masztalerz sich noch nichts dabei. Doch die Taubheit verschwand nicht, im Gegenteil. Bald konnte er die Finger nicht mehr bewegen, dann kippte er zur Seite. Seine gesamte linke Seite war gelähmt, auch das Sprechen fiel ihm schwer: „Meine Gedanken waren ganz zäh.“

Sportler, Nichtraucher, Kinder- und trotzdem Schlaganfallpatient

Jedes Jahr erleiden in Deutschland 280.000 Menschen einen Schlaganfall, rund 63.000 von ihnen sterben an den Folgen. Damit ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache. Erschreckend: Rund 300 Kinder sind pro Jahr in Deutschland betroffen, etwa ein Drittel von ihnen bereits im Mutterleib oder während der Geburt.

Auch Thomas Masztalerz hätte nie gedacht, dass ausgerechnet ihn dieses Schicksal ereilen könnte. Er war jung, Sportler, hatte nie geraucht, trank nicht. „Aber als die Ärzte mich vor die Wahl stellten, entweder meine Schädeldecke zu öffnen, um den Hirndruck zu verringern, oder mir blutverdünnende Medikamente zu geben, begriff ich, dass gerade etwas Schlimmes passiert.“