Wenn das Gehirn wieder neu lernen muss

Physiotherapie auf neurophysiologischer Grundlage hilft bei Nervenschäden

(dbp/nas) Vermeintlich selbstverständliche Dinge wie einen Fuß vor den anderen zu setzen, die Seite eines Buchs umzublättern oder die Gabel zum Mund zu führen – für jemanden, der einen Schlaganfall erlitten hat oder der unter einer neurologischen Erkrankung leidet, können selbst solche einfachen Bewegungen schwierig oder sogar unmöglich sein. Krankengymnastik hilft dem Gehirn, Bewegungsmuster wieder neu zu erlernen und abzuspeichern.

Wichtig dabei ist nicht nur die Methodik, sondern vor allem auch, dass der Patient aktiv und so intensiv wie möglich trainiert, sagt Physiotherapeut Dr. Erwin Scherfer, Generalsekretär des Deutschen Verbands für Physiotherapie (ZVK).

Drei klassische Methoden

Bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems benötigen die Betroffenen – meist sind es Schlaganfall-Patienten, aber auch Menschen mit MS (Multipler Sklerose), Parkinson oder einem Schädel-Hirn-Trauma – eine Physiotherapie „auf neurophysiologischer Grundlage“, wie es in der Fachsprache heißt. Das müsse auch auf der Verordnung für eine krankengymnastische Behandlung stehen. Anbieten dürfen eine solche Therapie in Deutschland nur Therapeuten, die sich im Bereich der Bobath-Therapie, der Vojta-Therapie oder der PNF fortgebildet haben.

Bobath

„Das Bobath-Konzept basiert auf der Plastizität des menschlichen Gehirns“, erläutert Dr. Scherfer. Verlorengegangenes kann neu erlernt werden. Erreicht wird das über die Schulung von Gleichgewichtsreaktionen und ein sensomotorisches Training. Man übt Alltagsfunktionen e