Geduld und Ausdauer: Kinder lernen durch das Beobachten von Erwachsenen

Wissenschaftler haben sich damit beschäftigt, wie kleine Kinder entscheiden, ob sie länger nach einer Lösung für eine Herausforderung suchen. Die Antwort lautet: Sie orientieren sich an ihren erwachsenen Vorbildern, die sie beobachten.

Disziplin und Beharrlichkeit

Neuere Studien zeigen, dass Selbstkontrolle und Beharrlichkeit einen wesentlichen Einfluss auf die akademische Laufbahn haben - unabhängig vom IQ. Selbst wie jemand über den Wert von Geduld und Ausdauer bei einer Aufgabe denkt, kann seine Leistungen bestimmten. Kinder, die daran glauben, dass ihre Anstrengung belohnt wird, erzielen bessere Leistungen, als diejenigen, die glauben, dass bestimmte Fähigkeiten angeborene und nicht veränderbare Eigenschaften sind.

Angesichts des Zusammenhangs zwischen Beharrlichkeit und akademischem Erfolg ist es besonders wichtig, wie sich Kinder entscheiden, wenn es darum geht, ob sie eine Herausforderung geduldig zu lösen versuchen oder rasch aufgeben. Bisher gibt es noch relativ wenig Forschungsarbeiten, die untersuchten, wie junge Kinder lernen, wann sich Geduld und Beharrlichkeit lohnt.

Kleinkinder beobachten ihre Umwelt sehr genau. Sie können abstrakte Konzepte wie kausale Beziehungen und soziale Rollen aus nur wenigen Beispielen verallgemeinern. Ob kleine Kinder auch aus einigen wenigen Beispielen, wenn es um Beharrlichkeit geht, verallgemeinerbare Schlüsse ziehen können, untersuchten Julia Leonard, Studentin am Massachusetts Institute of Technology in der Abteilung Brain and Cognitive Sciences, und ihre Kollegen.

Dazu beobachteten 15 Monate alte Babys entweder eine Person, die hart arbeitete, um zwei verschiedene Ziele zu erreichen (ein Spielzeug aus einem Behälter zu holen und einen Schlüsselbund von einem Karabiner zu entfernen) oder eine Person, die mühelos jedes der beiden Ziele erreichte.