MEDIZINREPORT: Studien im Fokus Rheumatoide Arthritis: Gezielte Physiotherapie verbessert die Handfu

Krankheitsmodifizierende Substanzen (DMARDs) und Biologika haben die Therapiemöglichkeiten der rheumatoiden Arthritis (RA) deutlich verbessert. Nun wurde in einer multizentrischen Parallelgruppen-Studie in Großbritannien die Kosten-Nutzen-Relation von individuell angepassten Handübungen untersucht.

RA

Es nahmen 490 erwachsene RA-Patienten mit Schmerzen und Funktionseinschränkungen an den Händen teil. Sie waren mindestens 3 Monate mit einem stabilen Therapieregime behandelt worden. Randomisiert erhielten 244 Patienten die Standardbetreuung, 246 Patienten machten gezielte Kräftigungs- und Dehnungsübungen der Hand unter Anleitung eines Physio- oder Arbeitstherapeuten. Die Intensität der Übungen war an die Beschwerden der Patienten angepasst.

Primärer Endpunkt war die Funktion der Hand nach 12 Monaten, erfasst mit dem Michigan Hand Outcomes Questionnaire. Er betrug in der Vergleichsgruppe 3,6 Punkte und verbesserte sich in der Gruppe mit den gezielten Handübungen signifikant um 4,3 auf 7,9 Punkte (p = 0,0028). Schmerzmittelverbrauch und Anwendung weiterer Therapieverfahren waren in beiden Gruppen über 12 Monate stabil und vergleichbar. Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen der Übungen gab es nicht. Die Kosten für die Handübungen betrugen 156 Britische Pfund, circa 215 Euro, pro Patient, im Mittel stiegen die Gesamttherapiekosten pro Patient um umgerechnet 142 Euro. Als Gesamtkosten für ein Qualitäts-adjustiertes Lebensjahr wurden 9 549 Pfund (13 168 Euro) errechnet. Die Autoren weisen auf die vergleichsweise hohen Kosten einer Therapie mit modernen Biologika hin.